Was wir nicht sehen, verstehen wir
nicht. Was wir nicht verstehen, sehen
wir nicht.
Ein audiovisuelles Objekt
von Milan Pawlowski
Die folgende Beschreibung dient einzig der Präsentation des
Kunstobjekts. Ausgestellt werden weder Fotos nocht Text.
Als Ausstellungsstück dient „der Kasten“ an sich. Er kann in jedem
vor Regen geschütztem Bereich ausgestellt werden und benötigt
keine externe Stromversorgung.
Das Objekt besteht aus einem Holzkasten als Boden, in
dem sich die Technik befindet. Auf diesem ist ein Metallgestell
mit eingelassenen Glasscheiben befestigt.
In diesem Schaukasten befindet sich als Präsentationsbühne
eine samtenen Drehscheibe. Legt man einen
Kippschalter um schaltet sich die Beleuchtung ein und
die Scheibe beginnt sich zu drehen.
Auf der Vorderseite des Holzkastens befinden sich
weiterhin 4 Knöpfe: Stop, Abspielen, Zurückspulen,
Vorspulen. Betätigt man den Knopf mit dem Abspielen-Symbol erklingt eine Stimme, die das dargestellte
Objekt beschreibt:
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Video ansehen:
Eine dokumentarische Aufzeichnung des Umgangs mit dem Objekt.
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Sprechertext anhören:
Dreiundzwanzigster Januar Zweitausend und Acht, Vierzehn Uhr Achtundfünfzig.
Bei dem Versuch einen unmöglichen Gegenstand zu beschreiben und so wenig wie möglich im Kopf sichtbar werden zu lassen beschlich mich tatsächlich ein schwummriges Gefühl. Ich musste mich schwer konzentrieren, doch es schwindelte mir nach einer halb beschriebenen Seite so sehr, dass ich aufstehen, ein paar Schritte gehen und diesen Kommentar schreiben musste, damit es mir nicht übel wurde.
Reiner Selbstschutz
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Erläuterung:
„Was wir nicht sehen, verstehen wir nicht. Was wir nicht
verstehen, sehen wir nicht.“
In einer Zeit, in der Wissenschaft und Fortschritt jeden
Tag neue, von den Medien als bahnbrechend bezeichnete,
Entdeckungen machen, wehren sich die Menschen fleißig
gegen die Freiheit ihres eigenen Verstands. Sie beschränken
ihren Geist mit physischen und gesellschaftlichen Normen
und nehmen die Wahrheiten der Reichen und Klugen
unreflektiert an.
Mit meinem Objekt stelle ich die These auf, dass Unverständnis
zu einer Nicht-Sichtbarkeit führt. Wenn uns Menschen
etwas begegnen würde, dass fernab dem fest gelernten
Verstands läge, würden wir es nicht wahrnehmen.
Zu diesem Zweck schrieb ich einen Sprechertext, der ein
nicht mögliches Objekt beschreibt. Der Gegenstand ist
nicht eindeutig vorstellbar.
Ich wählte die gesprochene Sprache als Mittel, da sie flüchtig
und unsichtbar ist. Es ist schwieriger, sich an eine gehörte
Beschreibung zu erinnern, als jene, in einem schriftlichen
Text vor sich zu haben.
Diese These ließ ich mir von einigen Betrachtern bestätigen,
welche krampfhaft versuchten sich einen Gegenstand
vorzustellen, jedoch nie zu einem eindeutigen Ergebnis
gelangten.
Vielleicht bedarf es nur mehr Übung.
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Anhang: Sprechertext
Der hier ausgestellte Gegenstand besticht
hauptsächlich durch seine unbeschreibliche
Form. Dennoch werden wir
im Folgenden versuchen, so detailliert
wie möglich auf ihn einzugehen:
Die Rückseite, die leicht geschwungen
direkt neben, ja, sozusagen parallel zur
Vorderseite verläuft, ergibt die Möglichkeit,
beide Seiten schnell und einfach
auf einen Blick zu erkennen.
Ziehen wir eine imaginäre Linie, beginnend
an der unteren hinteren Kante des
Objekts, weiterführend nach oben in
die vordere, enden wir automatisch an
der vorderen Kante unten. Ganz anders
verhält es sich in umgekehrter Richtung.
Folgen wir ihr nämlich verkehrt herum,
kommen wir schlussendlich außerhalb
des Kastens an und verlieren das Objekt
für einen kurzen Moment aus dem
Blickwinkel.
Des Weiteren zeigt sich, dass diese
Tatsache keineswegs der eigentlich
abgerundeten Form des Gegenstands
entgegensteht, nein, sie unterstreicht
sogar die wunderbare Schwingung des
geradlinigen Körpers.
Wir fahren in unserer Beschreibung mit
dem Schatten und Lichtwurf fort, der mit
seinen ungesättigten Farben ohne jeglichen
Kontrast zu spielen scheint, nur
um seinen speziellen Umfang geradezu
selbst ins Lächerliche zu ziehen.
Dreht sich der Gegenstand verändert
sich diese Beschaffenheit jedoch nicht.
Er bleibt auf unerhebliche Weise von
allen Seiten auffallend transparent.
Ist das Objekt auch klein und possierlich,
scheint es im selben Augenblick
doch den kompletten Schaukasten einzunehmen, ja ihn sich einzuverleiben
und brutal hinaus in die Welt zu drängen,
sodass es in seiner unschuldigen
Wirkung kaum aufzufallen scheint.
Zur Oberfläche ist abschließend zu
sagen, dass sie bei Berührung durch
ein sanftes Gefühl an den Fingerspitzen
besticht. Glatt und geschmeidig spiegeln
sich seine eigenen Kanten in sich selbst
wieder. Betrachten wir den Gegenstand
aber wiederum in der Drehbewegung,
scheint sich die Oberfläche zu verkrümmen,
sodass er rau und grob wie ein
Stein erscheint und in der Hand liegend
kaum zu fassen ist.
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Was wir nicht sehen, verstehen wir
nicht. Was wir nicht verstehen, sehen
wir nicht.
Das Kunstobjekt „der Kasten“ ist zum Verkauf freigegeben.
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Beschreibung als PDF:
derkasten-praesentation.pdf / 8,4 MB
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Beschreibung
Video Dokumentation
Sprechertext
Erläuterung
Anhang
Beschreibung als PDF



Weitere Fotos vom Bau
des Kastens in der Galerie.
Unsichtbar - Lyrik, die mit
dem Objekt
zusammenhängt.
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