Brüder und Schwestern
Fratzen auf der Straße
Clownsgesichter auf die Haut gebrannt
Mit breitem Grinsen zum Kotzen
Es ist ein seltsam Weltenchaos
Wenn ich durch Straßenbahnen schleich
Seh ich doch da auf ihren Plätzen
Stinkend fette Frauen sitzen
Sie müffeln nach den Zimmern toter Menschen
Und atmen tief und endzeitlich
Und ich schrieb die Wörter Zeile um Zeile.
Immer wieder und hintereinander.
Der Track brennt sich ins Hirn
und nur Schreiben macht noch Sinn.
Kein Gedanke, keine Idee.
Die fette Frau neben mir stinkt nach hässlichem Wohnzimmer.
So setze ich mich auf einen einsamen Einzelsitz.
Meine Brüder und Schwestern, mein Fleisch und Blut.
Es liegt Abscheu in der Luft
Und der Gedanke an Seeligkeit nervt
Denn es hört nicht auf.
Manches Mal will ich einfach auf sie einschlagen
Doch ich glaube die Beulen stinken nur schlimmer.
Alles für die Kunst, ja, alles für die Liebe.
Doch will ich die meine Menschheit lieben und ehren,
dankt sie es mit Abscheu und dem Geruch nach ausgeschwitztem Alkohol.
So ist es immer wenn du Kinder retten willst.
Reichst du ihnen deine Hand
schlagen sie dir in die Weichteile.
So ist und bleibt es also doch am schönsten
bei schwebender Musik schwache Bäume zu betrachten,
die angestrahlt von himmelsheller Sonne
einem ein wenig heiligen Schein bescheren.
Und gibt doch jede von Menschenhand erschaffene Laterne,
die nachts versucht mit neongelb die Sonne nachzunahmen,
ein wenig hilflos aber doch mit gutem Willen,
den Mut ein wenig weiter da zu sein,
für seine Menschheit, für seine Brüder und Schwestern.
Sie zu verteidigen, sie zu beschützen, sie zu verhauen.
Doch, nichts zu erwarten.

