Was sieht ein unsichtbares Sehorgan?
Ich habe so lange darüber nachgedacht, dass ich die gesamte Unsichtbarkeit der Welt zerstört habe.
Es ist alles so unwahrscheinlich sichtbar geworden. Jedes kleinste Härchen, jede Faser meines Körpers. Jede Maserung und jeder Kratzer in der Holzplatte meines Schreibtischs. Jeder Kiesel am Boden der Straße vor meiner Tür. Eine Tasse Kaffee.
Als ob man zu viel davon getrunken hätte, ist jede kleinste Berührung, jedes Anstoßen, Umdrehen, Hinsetzen…
Unbehagen, nervtötend, Reizüberflutung.
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Überlegungen zum Thema Endzeit | Endland
Nachdem ich mich nun über drei Jahre intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, ich schon lange vorher Interesse daran zeigte und sich die Geschichte meiner ersten Novelle auch in einem postapocalyptischen Umfeld abspielt ist das Ergebnis meiner Überlegungen ebenso enttäuschend, wie aber auch offensichtlich und gut.
Dutzende Ideen wurden über die Jahre verworfen. Eine innovative Kurzfilm-Serie. Fernsehstaffeln zur Unterhaltung. Entertainment das sich verkauft, mit einer Priese Kunst und schönen Bildern. Ein Openmovie Projekt. Die Verherrlichung der gesamten Nobudget Szene. Roberto Rodriguez als Held und immer ihm hinterher. Ein Film, ein Pilotfilm. Aufblick zu Größerem, das kommen mag. Ein großes Projekt. Ich wusste instinktiv, dass es Endland eines Tages geben würde. Wie genau es ausschauen sollte, aber nicht. Zufrieden, war ich nie damit und mit keiner Idee.
Schließlich entdeckte ich, die Aussage war egal, und auch ohne Aussage, die Stimmung, die Atmosphäre, all das was mir wichtig war, hinfällig. Es sollte nur groß sein. Und das machte mir Angst. Denn solch einem Problem stand ich in meiner eigenen Kunst noch nie gegenüber.
Wir haben nun den 6. April 2008. Ich habe in den letzten Monaten vieles geändert, was mein Verständnis von Kunst und wohl auch der Welt angeht. So entschloss ich mich alle Drehbücher zu verwerfen und mir erst einmal zu überlegen, was Endzeit eigentlich bedeutet:
Endzeit ist das Ende der Zeit oder die Zeit am Ende der Welt. All das da Gewesene, das Sein, das uns Gewohnte ist fort. Die Unendlichkeit besiegt. Sogar die Welt, die Mutter Erde, liegt im Sterben. Sie bäumt sich ein letztes Mal auf und entfaltet auf einen Schlag all ihre Kreativität. Erklärt wird Mystik und Wahnsinn mit Mutation und wirren unwahrscheinlichen Pflanzen und Lebewesen. Aller Krieg der Welt, Gesellschaften, Staatsformen, ja sogar Anarchie, vergessen. Da das was die Menschheit zugrunde gerichtet hat, längst schon zu lange her ist. Ich mochte sie schon immer, diese Atmosphäre. Sie hat etwas abenteuerliches, magisches, etwas Schönes in der ganzen Düsternis. Aber ich erkannte, dass all die Pläne, die ich hatte, respektlos waren, gegenüber meiner Erkenntnis, meiner Ideen und auch genau dieser Neigung, zu einer verlassenen, schlafenden und hoffentlich träumenden Welt.
Und mit einem leichten, aber doch nur kurz andauernden, schlechten Gewissen, denn viele Versprechungen einer großartigen Entertainment-Schlacht brach ich damit, verstand ich:
Endzeit bedeutet Ruhe und Stillstand.
Ein apathischer Frieden. Durch Fehlen von Hass und Liebe. Durch das fehlen von allem. Durch das nicht Vorhandensein des Geists der Menschen.
Je länger eine Geschichte dauert, die in der Endzeit stattfindet, desto weniger spielt sie wirklich in dieser Zeit. Umso umfangreicher die Welt am Ende der Zeit beschrieben wird, desto mehr ist sie wieder eine Welt mit einem Anfang, einer Hoffnung und.. Unendlichkeit.
Dies, ist ein toter Kontinent.
Ein Haufen Steine auf den Schultern
Ich hab ein neues Flüglein kenn gelernt.
Ja nun sind wir schon 5.
Ein Dank, ein Gruß, ein gute Nacht.
Und auch an sie,
die mir gesagt, dass nur ein kleines wenig dieses Kriegs,
ja fast, dass mans kaum sehen kann,
es wert war, um zu siegen.
Und lächelnd geh ich Heim.
Zähle die Tränen, die wie Steine auf meinem Rücken liegen.
Und strahle den Himmel an
ohne Sonne
ohne Schmerz.
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Brüder und Schwestern
Fratzen auf der Straße
Clownsgesichter auf die Haut gebrannt
Mit breitem Grinsen zum Kotzen
Es ist ein seltsam Weltenchaos
Wenn ich durch Straßenbahnen schleich
Seh ich doch da auf ihren Plätzen
Stinkend fette Frauen sitzen
Sie müffeln nach den Zimmern toter Menschen
Und atmen tief und endzeitlich
Die wundervolle Jahreszeit
Im Winter kann man mehr von seinen Städten schreiben.
Und ist die Natur in meinem Herzen, will ich im Sommer schweigen.
24. September 2007
Die wundervolle Jahreszeit beginnt
und es war Zeit dieses Buch zu beenden
Das Mädchen mit den Flügeln
war im Himmel gewesen.
Sie hatte den Regen gesehn,
und an den Blumen gerochen.
Doch nun war es an der Zeit
An der Zeit sich mit den zerschundenen Fingern durch die Haare zu fahren,
mit einem kräftigen Biss den alten Bleistift zu zerbrechen
und sich des Engels Schwert aus dem Bauch zu ziehen.
Schön
Und sag ich schön, ist Schönheit nicht was wir benennen.
Es ist nur hübsch wenn es das Auge sieht.
Doch ist es wundervoll und wunderschön
wenn Herz und wissentliches Schlagen
uns ein Gefühl von Liebe in die Schönheit legt.